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Corps Saxonia
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Allgemeine Corpsgeschichte 1914-1945
 
- Das Corps Saxonia
- Allgemeine Corpsgeschichte bis 1914
Allgemeine Corpsgeschichte 1914-1945
- Allgemeine Corpsgeschichte ab 1945
- Große öffentliche Auftritte
- Ehrensenioren
 

1914 - 1918

 

Erster Weltkrieg und damit einhergehend eine allgemeine Kriegssuspension. Die Geschäfte des Corps führt der AHV. Max Behacker stirbt am 24. Juli 1915 an einem Bauchschuß. Er ist der einzige Gefallene Saxonias im Ersten Weltkrieg.

 

Der gemeinsam mit Deutschland verlorene Krieg führt bei der Frage der Aufnahme der österreichischen Corps in den KSCV zu einer völlig neuen Situation. Widerstände, die vor dem Ersten Weltkrieg diesen Wunschtraum der österreichischen Corps mehrmals hatten scheitern lassen, gibt es nicht mehr.

 

20. September 1919

 

Der SC zu Wien wird geschlossen in den KSCV aufgenommen.

Mit der Aufnahme des SC zu Leoben 1920 sind alle österreichischen SC dort Mitglied.

 

4. Dezember 1920

 

Abschluß eines Vorstellungsverhältnisses mit Palatia in München.

 

Palatia (gegr. 1813 in Landshut) war zur damaligen Zeit noch Lebenscorps. Ziel des Verhältnisses war eine Einbindung der österreichischen Corps in den KSCV wie auch "alldeutsche" Motive. Daher kam dieser Abschluß, trotz kritischer Stimmen bei Palatia zustande.

 

München hatte 1919/20 den Vorort im KSCV inne. Bavaria München schlug nach dem oKC vor, daß Corps des SC zu München mit österreichischen Corps Verhältnisse abschließen sollten, und zwar: Suevia - Alemannia, Palatia - Saxonia, Isaria - Rhaetia. Alle drei Verhältnisse kamen zustande.

 

Auch andere österreichische Corps schlossen bereits kurz nach dem Ersten Weltkrieg Verhältnisse mit deutschen Corps und bemühten sich um einen Einstieg in die Kreispolitik des KSCV. Deswegen blieben die in diesen Jahren mehrmals erfolgten Versuche einer Wiederbelebung des Kartells mit Athesia erfolglos, da Athesia sich bemühte, an den "Grünen Kreis" Anschluß zu finden. Nach dem Scheitern dieser Versuche war Athesia an der Gründung des "Süddeutschen Kartells" beteiligt, welches aus drei deutschen und drei österreichischen Corps besteht:

Athesia, Joannea, Schacht, Makaria München, Franconia Würzburg, Bavaria Erlangen.

 

Eine Einbindung Saxonias war aufgrund der Gegnerschaft von Joannea und Schacht unrealistisch und wurde wohl auch nie ernsthaft angestrebt. Dazu kam noch, daß Symposion in Beziehungen mit Joannea und anderen Corps des Süddeutschen Kartells stand.

 

Zur selben Zeit fanden zwischen Saxonia und Austria Prag, die nach dem Weltkrieg in Frankfurt rekonstituierte, langwierige inoffizielle Verhandlungen über einen Verhältnisabschluß statt, die jedoch zu keinen Ergebnis führten.

 

28. Jänner 1922

 

Wiederaufnahme des "Blauen Kartells" mit Teutonia Graz.

Teutonia war nach dem Ersten Weltkrieg mit Unterstützung von Joannea wiedereröffnet worden. Saxonia war für Teutonia nicht erster Ansprechpartner, ursprünglich sollte das Kartell Teutonia - Athesia zuerst wiederbelebt werden.

 

16. Juni 1923

 

Erste Gedenkpartie mit der Burschenschaft Silesia zur Erinnerung an die erste Mensur auf Wiener Boden zwischen heute noch bestehenden Korporationen.

 

1926

 

Abschluß eines Freundschaftsverhältnis mit Rhätia Innsbruck (gegr. 1859, Corps seit 1862). Saxonia hatte zum 75. Stiftungsfest beschlossen, Anschluß an den "Blauen Kreis" im KSCV zu suchen, daher dieser Abschluß.

 

1929

 

Abbruch des Freundschaftsverhältnisses mit Rhätia und PPS.

Die Gründe dafür lassen sich nicht mehr genau rekonstruieren. Mit Abbruch dieses Verhältnisses ist jedoch der halbherzige Versuch einem Kreis beizutreten zumindest für die Zwischenkriegszeit gescheitert. Weitere ernsthafte Bestrebungen, neue Verhältnisse zu begründen, um damit einen Einstieg in die Kreispolitik vorzunehmen sind nicht bekannt.

 

1933

 

In Deutschland hat Hitler die Macht übernommen. Dem KSCV wird bereits im September das "Führerprinzip" verordnet. Abstimmungen im CC sollen nur noch in Ausnahmefällen stattfinden, Chargen vom Senior ernannt und die Entscheidungen von diesem getroffen werden.

 

In Deutschland werden die studentischen Dachverbände zuerst in einem gemeinsamen Dachverband zwangsweise zusammengeschlossen, danach kommt es zur schrittweisen Demontage.

Anlaß dafür bieten Vorwände, bei den Corps zum Beispiel die "Heidelberger Spargelaffäre", zudem hatten sich viele Corps geweigert, den "Ariergrundsatz" durchzuführen. Statt der Verbindungen werden Kameradschaften gebildet, die aus einer Jungkameradschaft, gebildet aus Studierenden, und einer diese betreuenden und unterstützenden Alt-Herrenschaft bestehen.

 

Für Österreich haben diese Änderungen keine Relevanz, im Dezember wird sogar festgestellt, daß die Rundschreiben des Kösener für die österreichischen Corps keine Bedeutung haben. Hier herrscht vielmehr Besorgnis über die Lage im eigenen Land. 1934 kommt es zu diversen Umsturzversuchen sowohl der Sozialisten, als auch der Nationalsozialisten. Österreich erhält eine ständestaatliche Verfassung und bezeichnet sich bewußt als zweiter deutscher Staat, als ein Gegenmodell zum nationalsozialistischen Deutschland.

 

Die Zeit bis 1938 ist bei Saxonia von Aktivenmangel gekennzeichnet. Ab 1935, als sich die Auflösung der Corps in Deutschland abzeichnete, scheint es vereinzelte Bestrebungen gegeben zu haben, das "Blaue Kartell" - Saxonia, Teutonia, Athesia - wiederzubeleben, da sich durch den Wegfall der drei Deutschen Corps im "Süddeutschen Kartell" eine völlig neue Situation ergab.

 

30. April 1938

 

Im März 1938 marschierten Deutsche Truppen in Österreich ein, im April wird dann der faktisch vollzogene Anschluß durch eine Volksabstimmung quasilegitimiert.

Ein ECC, der sich später zum AHC konstituiert, beschließt daher die Selbstauflösung der Saxonia.

Die Alten Herren von Saxonia, Alemannia und Hilaritas bildeten gemeinsam die Alt-Herrenschaft Hutzler, benannt nach dem Obmann, AH Hutzler Saxoniae. Grund dafür war, daß Alt-Herrenschaften mindestens 150 Mitglieder haben mußten und daher eine Zusammenfassung von Alten Herren verschiedener Corps notwendig war.

 

1939 - 1945

 

Zweiter Weltkrieg

 

9 Corpsbrüder fallen. Corpsbruder Richard Koderle verunglückt 1945 nach Kriegsende auf einer Dienstfahrt tödlich. Er war zu diesem Zeitpunkt in britischer Kriegsgefangenschaft und Insassenkommandant eines Gefangenenlagers.

1942 stirbt Corpsbruder Johannes Schmeisser im KZ Auschwitz.

 

Da der Anschluß der Alt-Herrenschaft Hutzler an eine Jungkameradschaft nur schwer gelang, hat Saxonia keine Mitglieder, die aus selbiger hervorgegangen sind.

Während des Krieges blieb der Kontakt unter den Alten Herren aufrecht, es fanden regelmäßig Treffen statt, Trauerfeiern für gefallene Corpsbrüder, usw.

1945 verbrennt das Corpsarchiv, mit ihm auch die Fahne und Wichsen in der Feuersbrunst nach einem Bombenangriff.

 
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